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Freifunk startet Infoportal freifunk-hilft.de

Der Förderverein Freie Netzwerke e.V. (Freifunk) startet sein neues Informationsportal: https://freifunk-hilft.de – Zugang ist ein Menschenrecht. Das Portal soll die Kontaktaufnahme zwischen sozialen Trägern und lokalen Freifunkgruppen erleichtern und dokumentiert für neue Freiwillige die Erfahrungen, die die Freifunk-Community bei der Vernetzung von bisher über vierhundert sozialen Einrichtungen gesammelt hat.

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Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 wendet sich die Initiative Freifunk gegen die durch technische und sozioökonomische Faktoren bedingte Vertiefung der digitalen Kluft zwischen Menschen. Besonders deutlich wurde das Engagement der Freifunk-Aktivistinnen im Rahmen der digitalen Flüchtlingshilfe seit 2012. Mittlerweile wurden über vierhundert Einrichtungen ehrenamtlich mit Zugang zum Freifunknetz und damit zum Internet ausgestattet. Somit wird Menschen, die aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation vom Netz abgeschnitten sind, Zugang zu Bildung und Informationen, vor allem aber soziale Teilhabe ermöglicht. Darüber hinaus wurde in zahllosen lokalen Workshops und Gemeinschaftsaktionen Wissen über Technik und Anwendung freier Netzwerke weitergegeben.

„Um erfolgreich arbeiten zu können, brauchen wir aktive Unterstützer beim Aufbau und bei der Betreuung von Installationen vor Ort. Dabei stehen erfahrene Freifunkerinnen den Mitmachern beratend und tatkräftig zur Seite, um ein freiheitliches WLAN zu ermöglichen“, sagt Freifunk-Aktivist Michel Vorsprach. Er hat in Magdeburg gemeinsam mit Geflüchteten Freifunk eingerichtet. Das Projekt lebt von der ehrenamtlichen Arbeit und hat schon tausenden Menschen in Flüchtlingsunterkünften, Seniorenheimen, Obdachlosenunterkünften und anderen sozialen Einrichtungen geholfen.
Monic Meisel, Mitbegründerin der Initiative, erklärt: „Freifunk ist eben nicht nur ein technisches, sondern vor allem ein soziales Vernetzungsprojekt, das sich der Hilfe zur Selbsthilfe verschrieben hat. Bewohner berichten freudestrahlend davon, wie sie Onlinekurse absolvieren, Herausforderungen des deutschen Behördendschungels stemmen oder der heimischen Fußball-Liga folgen.“

Der Förderverein freie Netzwerke e. V. beschäftigt sich seit 2003 gemeinsam mit über 300 lokalen Freifunk-Gruppen mit dem Aufbau nicht-kommerzieller, dezentraler IT-Infrastrukturen, die der Allgemeinheit zugänglich sind. Wir fördern Bildung und Kultur zu digitalen Datennetzen und lokaler Kommunikation und tragen zur Stärkung vorhandener und Entstehung neuer Sozialstrukturen bei. In den offenen Freifunk-Netzen werden unabhängig vom Internet lokale Dienste und Informationen angeboten sowie vorhandene Internetzugänge geteilt.

2014 initiierte der Förderverein freie Netzwerke mit weiteren Organisationen den Unterstützerkreis des Refugees Emancipation e. V.

EU-Richtlinie verhindert freie digitale Kommunikation

Gemeinsam gegen den Radio LockdownDie EU-Richtlinie zur Regulierung von Funkanlagen, die ab Juni in Kraft tritt (2014/53/EU), gefährdet aus unserer Sicht die Sicherheit von WLAN-Geräten, statt sie zu verbessern. Neue Softwareversionen müssen entsprechend der neuen Richtlinie ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen, bevor sie auf der Hardware installiert werden können. Das können Freie Software-Projekte jedoch kaum gewährleisten, dabei werden viele Sicherheitslücken von freien Entwicklern behoben.

Die folgende Erklärung wurde von Freifunk und der Free Software Foundation Europe (FSFE) initiiert und mittlerweile von vielen weiteren Organisationen unterzeichnet, die damit Ihrem Unmut gegenüber der Richtlinie Ausdruck verleihen.

Gemeinsame Erklärung gegen die Funkabschottungs-Richtlinie

Die EU-Richtlinie für Funkanlagen bedroht die Rechte von Usern und Freier Software, den fairen Wettbewerb, Innovation, die Umwelt und freiwilliges Engagement – das alles, ohne überhaupt große Vorteile für die Sicherheit zu bieten. Viele Organisationen und Unternehmen haben sich nun zusammengeschlossen, um den EU-Institutionen und -Mitgliedsstaaten Maßnahmen vorzuschlagen, wie die negativen Auswirkungen verhindert werden können, ohne das gewünschte Ergebnis der Richtlinie zu verfehlen. Lesen Sie dazu auch unsere Analyse, die wir beständig auf dem aktuellen Stand halten.

Funkabschottung vermeiden – Sicherheit und Innovation erhalten

Mehr und mehr Geräte verbinden sich mittels drahtloser und mobiler Funkverbindungen mit dem Internet. Dazu gehören nicht nur zahllose Endgeräte wie Router, Handys, WLAN-Karten und Laptops, sondern auch die sogenannten “Internet-of-Things”-Geräte. Die “Richtlinie über die Bereitstellung von Funkanlagen 2014/53/EU” (im Weiteren ‚die Richtlinie‘), die im Mai 2014 vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat beschlossen wurde, umfasst aktuelle und künftige Geräte. Hauptzweck der Richtlinie ist die Harmonisierung existierender Richtlinien, die Verbesserung der Sicherheit im Funkspektrum und der Schutz von Gesundheit und vor Gefahren.

Wir unterstützen die generelle Ausrichtung der Richtlinie. Dennoch möchten wir klar unsere Befürchtungen zu den weitreichenden Konsequenzen des Artikel 3.3(i) der Richtlinie zum Ausdruck bringen, welcher von Herstellern verlangt, jede Software für Funkanlagen auf Konformität mit den Bestimmungen der Richtlinie hin zu überprüfen.

Funkabschottung droht

Wir glauben, dass eine solche Regelung negative Folgen für Nutzerrechte und auf Freie Software, den fairen Wettbewerb, Innovation, die Umwelt und freiwilliges Engagement haben wird – größtenteils ohne nennenswerte Vorteile für die Sicherheit zu bringen.
Der Artikel 3.3(i) verlangt von Geräteherstellern, dass sie Software, die auf ihren Geräten installiert werden kann, auf Konformität mit bestehenden nationalen Bestimmungen prüfen. Diese Anforderung verhindert, dass Benutzer und Unternehmen Software auf ihren Geräten selbstständig aktualisieren können, solange sie nicht vom Hersteller überprüft worden ist. Dies bedeutet nicht nur für die Gerätehersteller selbst eine starke Einschränkung, sondern verletzt auch die Rechte der Endbenutzer zur freien Wahl der Software, die sie einsetzen wollen.

Die in Artikel 3.3(i) festgeschriebenen Anforderungen haben Auswirkung auf die Freiheiten der zahlreichen Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf der Bereitstellung alternativer und freier Software für solche Geräte basieren. Alternative Software ist das Fundament vieler Produkte und wir sollten ökonomische Nachteile für diese Unternehmen vermeiden.

Die weitreichende Vorschrift, jede mögliche Software auf Konformität prüfen zu müssen, wirkt sich auch negativ auf Innovation und gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Organisationen aus, die auf Alternativen zur von den Geräteherstellern mitgelieferter Software angewiesen sind. Die Bemühungen von Freiwilligenorganisationen, hilfsbedürftigen Menschen Zugang zum Internet bereitzustellen, könnten so zunichte gemacht oder stark eingeschränkt werden.

Des Weiteren begünstigt alternative Software auf drahtlosen Geräten die Nachhaltigkeit. Eine Menge Geräte, für die von den Geräteherstellern keine Aktualisierungen mehr angeboten werden, kann dank freier Software weiter genutzt werden. Alternative Software, die in gemeinschaftlicher Anstrengung entwickelt und verbessert wird (wie etwa Freie Software), hat eine deutlich längere Lebensdauer und trägt dazu bei, dass Benutzer und Kunden funktionierende Ausrüstung nicht entsorgen müssen. Ein weiteres Ergebnis ist die verbesserte Sicherheit für Benutzer, da ältere Hardware weiterhin Sicherheitsupdates erhält, nachdem Hersteller die Unterstützung und Weiterentwicklung bereits eingestellt haben.

Wir begrüßen das Ziel der Richtlinie, die Sicherheit von Funkanlagen zu verbessern, allerdings nicht zu Ungunsten der Balance zwischen Nutzerfreiheiten und Sicherheit in anderen Gebieten. Erstens stärken Softwareupgrades die Sicherheit der Geräte. Zweitens sind wir überzeugt, dass solch strenge Regelungen für typische Endanwender-Produkte mit eingeschränkter Sendeleistung nicht notwendig sind. Drittens glauben wir, dass auch technische Einschränkungen nicht verhindern können, dass Menschen sich vorsätzlich über bestehende Regelungen für Funkanlagen hinwegsetzen.

Unsere Vorschläge

Darum bitten wir die EU-Institutionen und die Mitgliedsstaaten, unsere Anliegen in ihre Überlegungen einzubeziehen und dafür zu sorgen, dass diese Richtlinie keine pauschalen, unnötigen und unverhältnismäßigen Einschränkungen für die Rechte von Kunden und Unternehmern einführt, wenn sie in nationales Recht überführt wird.

Was wir von den EU-Institutionen erwarten

Wir bitten die Europäische Kommision, delegierte Rechtsakte – zu denen sie vom Europäischen Parlament und dem Rat (Artikel 44) befugt sind – so anzupassen, dass sie

  • entweder: alle Freie Software von der Regelung ausnehmen, die von Dritten (Unternehmen oder Einzelpersonen) – also nicht von den Herstellern der Funkanlage selbst – entwickelt wurde
  • oder: die Verantwortlichkeit für die Regelkonformität der Software nicht von den Nutzern auf die Hersteller zu übertragen, wenn Nutzer Änderungen an der Standardkonfiguration ihrer Geräte vornehmen wollen. Software und Hardware sollten in dieser Hinsicht nicht unterschiedlich behandelt werden.

Was wir von den EU-Mitgliedsstaaten erwarten

Wir bitten die Gesetzgeber der Mitgliedsstaaten darum,

  • die Bestimmungen der Richtlinie so auszulegen, dass Freie Software gleichermaßen weiterhin auf Geräten mit Funkanlagen installiert werden kann, als auch Benutzerrechte zu wahren. Wie im Erwägungsgrund (19) dargelegt sollen Drittanbieter, z.B. Freie Softwareprojekte nicht benachteiligt werden.
  • sicherzustellen, dass mittelständische Hersteller nicht überproportional belastet werden, indem sie gezwungen werden jegliche, auch alternative, Software zu überprüfen.
  • sicherzustellen, dass Benutzer nicht gezwungen werden, nicht-freie Software zu installieren.

freifunk unterstützt Battlemesh v9

battlemeshv9Das “Wireless Battle of the Mesh” ist eine Community Event mit dem Ziel, Menschen aus aller Welt zusammenzubringen und die Performance verschiedener Routingprotokolle für Ad-Hoc-Netzwerke, beispielsweise Babel, B.A.T.M.A.N, BMX, OLSR oder 802.11s zu vergleichen.

Viele EntwicklerInnen und Menschen aus verschiedenen Communities nehmen daran teil, um zu hacken, testen, diskutieren erklären und zu lernen.

Falls auch du an dynamischen Routingprotokollen oder Wireless Community Networks interessiert bist, solltest du das Battlemesh keinesfalls verpassen.

Die Teilnahme am Battlemesh kostet nicht und ist für jeden offen. Wie in jedem Jahr versuchen wir die Kosten so gering wie möglich zu halten und konnten auch in diesem Jahr Sonderkonditionen für Übernachtungen und Verpflegung aushandeln. In diesem Jahr findet die Veranstaltung von Sonntag, dem 1. Mai bis Samstag, den 7. Mai in Porto, Portugal statt. Vor Ort organisiert das INESC TEC das Battlemesh. INESC TEC steht für “Institut für System- und Computerwissenschaften, Technologie und Wissenschaft” und ist ein privates, gemeinnütziges Forschungs- und Entwicklungsinstitut beheimatet an der technischen Fakultät der Univeristät Porto.

Terminlich ergibt sich ein fließender Übergang zum Wireless Community Weekend 2016, das in diesem Jahr vom 6. bis 8. Mai in der c-base in Berlin stattfindet.

freifunk unterstützt und bewirbt das Battlemesh, weil dort immer wichtige Fortschritte bei der Weiterentwickluing von OpenWRT, Werkzeugen und modernen, dynamischen Routingprotokollen gemacht werden.

Aus den freifunk-Communities nehmen einige Menschen teil, die dabei helfen, die Testumgebungen zu konfigurieren, Dokumentationen zu schreiben, Software zu entwickeln und Tests durchzuführen.

Viele andere Communities unterstützen das “Wireless Battle of The Mesh v9”, eine aktuelle Liste ist auf der Battlemesh Website zu finden.

 

08/15 – Monat der Routingprotokolle und freien und offenen Netzwerke

Im August 2015 fanden zwei wichtige Veranstaltungen statt, an denen viele Freifunkas teilnahmen. Auf dem Battlemesh in Maribor beschäftigte man sich mit verschiedenen Routingprotokollen und verglich sie miteinander. Das Chaos Communication Camp findet alle 4 Jahre statt und gab uns Gelegenheit, Freifunk in einem eigenen Village zu präsentieren.

Battlemesh v8

Poster zum Battlemesh v8

Poster zum Battlemesh v8

Das Wireless Battle of the Mesh (kurz Battlemesh) ist eine jährlich stattfindende internationale Veranstaltung, bei der sich Entwickler und Nutzer von Routingprotokollen treffen. Die einwöchige Konferenz fand bereits zum 8. Mal statt und war in diesem Jahr vom 3.8. bis 9.8.2015 in Maribor zu Gast. Die TeilnehmerInnen des Battlemesh sind OpenWRT-Entwickler, Firmwareentwickler von Wireless Communities oder Forscher von Universitäten. In diesem Jahr kamen über 80 Menschen aus Italien, Slowenien, Österreich, Frankreich, Deutschland und den USA zusammen.
Inhaltlich geht es vor allem um die Weiterentwicklung und das Testen der Mesh Routing Protokolle. Dazu wurde eine Testumgebung namens WiBed eingesetzt, die im Rahmen des Confine-Projekts entwickelt wurde. Es wurden wie in jedem Jahr Messungen durchgeführt, um sie am Ende der Veranstaltung zu präsentieren.

Im Ergebnis konnte sich OLSRv2 als bestes Routingprotokoll durchsetzen. Hauptvorteil dieses Protokolls ist die Bewertung von Strecken nicht nur anhand der Qualität, sondern auch anhand der Bandbreite. Der Testaufbau und die Ergebnisse sind auf den Seiten des Battlemesh dokumentiert.

Chaos Communication Camp 2015

Zum mittlerweile 5. Mal lud der Chaos Computer Club  zum internationalen Sommercamp ein. Diesmal war der Ziegeleipark Mildenberg Schauplatz der Veranstaltung, die nur alle 4 Jahre stattfindet. Die Industrieruine, in der noch bis 1990 Ziegel gebrannt wurden, war in den Jahren danach zum Museumspark umgebaut worden. Mitte August wurde das Gelände nun von mehr als 4500 Teilnehmer_innen übernommen und mit unzähligen Zelten, Küchen, Technik, Bühnen, Strom- und Netzwerkkabeln überzogen. Auch die Freifunker_innen haben sich in einem soganannten Village organisiert.

Das Freifunk-Village

Freifunkhütte

Freifunkhütte

Unser Village reichte nicht ganz um alle Freifunkas unterzubringen, einige zogen bei ihren lokalen Hackerspaces an anderer Stelle mit ein. Die Nähe zum Network Operation Center (NOC) und zum Haupteingang wirkte sich positiv auf den Besucher- und Netzwerkverkehr aus. Wir hatten ein kleines Vortragszelt gemietet und eine Gartenhütte aufgebaut, die neben Lagerraum und Platz für Kühlboxen vor allem als Serverraum diente, der nach und nach zur Colocation avancierte. So gesellten sich zum ursprünglichen NAS immer mehr Server hinzu und die 10Gbit via Glasfaser waren schon am Tag -1 ausgelastet. Da sprang uns das NOC bei und in mehreren Versuchen wurde der Uplink auf 30 Gbit ausgebaut. Mit einer eigenen Spleißbox und Switches verdiente sich die Hütte eine “Netzwerkfackel” und wurde zum “schnellsten Datenklo der Welt” geadelt.

Wie schon beim 31c3 sendeten WLAN-Accesspoints die SSID “freifunk.net” aus. Für das Routing der Datenpakete kam unsere eigene Technik zum Einsatz, der IPv4-Verkehr wurde über Freifunk Rheinland e.V. geleitet, IPv6-Pakete gingen über Freifunk Hamburg ins Internet. Durch die Anbindung zum IntercityVPN waren die lokalen Dienste aller Communities erreichbar. Fast 12% der Geräte auf dem Camp nutzten den Netzzugang über freifunk.net, in Spitzenzeiten waren es mehr als 400 Geräte gleichzeitig. Leider erlaubt das NOC keine weitere WLAN-Installation auf dem Camp, so dass wir kein eigenes Mesh aufbauen konnten, dafür wäre das riesige Gelände prädestiniert gewesen …

Mit Gartenhütte und SSID war Freifunk auf jeden Fall ein Top-Gesprächsthema und Hingucker auf dem Camp. Wir haben es sogar ins Wimmelbild geschafft.

Veranstaltungen

Freifunkzelt

Freifunkzelt

In einem der Vortrags-(Zirkus-)zelte hat Elektra ihren Vortrag zum Thema Freifunk im TV-Whitespace gehalten. Hierfür gab es eine Förderung durch die MABB und das System ist in Berlin in Betrieb. Auch andere für Freifunk relevante Themen wurden besprochen, z.B. sprach Ulf Burmeyer über “D-Offline? Das drohende WLAN-Sterben & was wir dagegen tun können”. Neben dem offiziellen Vortragsprogramm fanden in vielen Villages weitere Veranstaltungen statt.

In unserem Village gab es diese Veranstaltungen:

  • Routerworkshop: Philipp aus Berlin und Leo aus Hamburg haben mit einigen Interessierten die Berliner Firmware auf Router geflasht und ein kleines Mesh-Netzwerk damit aufgebaut. Daran erklärten sie dann die Funktionsweise eines Freifunknetzes und die Spezialitäten der Berliner Firmware “Kathleen”.
  • Antennenbauworkshop: Fredi aus Hannover führte diesen Workshop durch. Aus alten CD-Spindeln wurden so Biquad-Richtfunkantennen gebaut. Der Workshop war so gut besucht, dass das Baumaterial kaum ausgereicht hat..
  • Drink-Up: Wir haben Freifunkgruppen aus ganz Deutschland sowie Communities und Aktivisten aus Schweden, Österreich und USA in unser Village eingeladen. Bis tief in die Nacht hatten wir viele interessante Gespräche und Diskussionen. Neue Verbindungen sind entstanden, wir haben uns alle besser kennengelernt.
  • Freifunk-Bootstour: Am Sonntag gab es eine Bootstour auf einem der umliegenden Seen.

Wir haben außerdem ans der FLONs (Free Libre Open Networks) API gearbeitet. Hier verfolgen wir das Ziel, ähnlich wie bei der Freifunk API, die Communities auf internationaler Ebene zu vernetzen und grundlegende Informationen zusammenzutragen. Dazu gehört unter anderem ein aggregierter Feed auch ein gemeinsamer Kalender. Neben Freifunk haben sich schon Funkfeuer aus Österreich und Ninux aus Italien eingetragen.

Auf dem Camp fand auch der Launch von support.refugeesemancipation.com statt, eine Initiative, um den Refugees Emancipation e.V. zu unterstützen. Eben Chu und seine Mitstreiter betreiben seit Jahren mit Geflüchteten gemeinsam Internetcafés in Heimen und bieten Computer-Workshops an. Die Spendenkampagne wird vom Förderverein freie Netzwerke e.V., dem Chaos Computer Club e.V. und vielen weiteren Aktivist_innen unterstützt.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die das BattleMesh und unser Village auf dem Camp so besonders gemacht haben. Ihr seid toll, weiter so!

Freifunk zusammen weiterdenken und -entwickeln – Bericht eines erfolgreichen WCW 2015

Grillbuffet zum WCW

Grillbuffet zum WCW

Das 11. Wireless Community Weekend, die wichtigsten Zusammenkunft deutschsprachiger Freifunk Gruppen, war ein voller Erfolg. Mehr als 70 Teilnehmer aus Deutschland und Europa haben sich eingefunden. Viele haben die Gelegenheit und den Feiertag genutzt, den OpenTechSummit zu Himmelfahrt zu besuchen und waren am Freitag schon zeitig in der c-base. Wir konnten viele alte Hasen und neue Gesichter begrüßen. Es war einfach schön, viele VertreterInnen aus neuen Communities zu sehen.Das Wetter hat der Stimmung keinen Abbruch getan, die entspannte Atmosphäre und interessante Vorträge sorgten für ein tolles Wochenende mit vielen produktiven Ergebnissen und lebhaften Diskussionen, wie auch das Feedback auf Twitter zum WCW zeigt.

Im Fokus des WCW 2015 standen auch die Themen Technisches, politische Rahmenbedingungen sowie Zusammenhalt und – arbeit innerhalb von Freifunk:

Technik

Federico von ninux.org aus Italien hat uns in seinem Vortrag NetJSON vorgestellt. Mit NetJSON kann man Netzwerke und Netzwerktopologien abbilden. Diese Informationen nutzt man bei ninux.org für Monitoringsysteme und Kartendarstellungen. Von Megfault und Beseb wurde uns Castor als Konzept für ein neues Routingprotokoll gezeigt. Hier sind Entwickler gefragt, die dieses Protokoll implementieren möchten und Lust auf Experimente haben. Spontan ließ sich Elektra zu einem Lightning Talk hinreißen, in dem sie über ihre Forschung zur Verwendung von TV Whitespace (aka Digitale Dividende) für Freifunk berichtete. Elektra hat dafür Hardware angepasst und in Berlin Friedrichshain Teststrecken aufgebaut. Zusätzlich gab es Workshops zur Visualisierung der Daten aus der Freifunk API, zum schnellen und effizienten Flashen von Routern. Natürlich wurde auch viel gehackt. Als Resultat dessen konnte in der Nacht zum Sonntag der Release einer neuen stabilen Version von Gluon 2015.1 verkündet werden.

(Politische) Rahmenbedingungen

Reto hat den WCW-Teilnehmern einen umfassenden Einblick in die Debatte um Störerhaftung beschert. Diverse Freifunker haben über den Umgang mit Kommunen und öffentlichen Stellen bei dem Ausbau von Freifunk diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Eine große und umfassende Diskussion “Freifunk und Kommerz” hat den Anstoß zu der Debatte um die kommerziellen Nutzung und Verwendung von Freifunk als Marke im kommerziellen Umfeld geleistet. Im Vortrag der Initiative EDN wurde die Vision eines dezentralen und unabhängigen Netzwerks mit Ende-zu-Ende verschlüsselten Diensten vorgestellt.

Zusammenhalt und -arbeit

Communitykarte zum Anfassen

Communitykarte zum Anfassen

In einer großen Runde wurde die erste Version des Memorandum of Understanding vorgestellt, ein grundsätzliches Stimmungsbild abgefragt und gemeinsam über den Inhalt des MoU debattiert. Auch die Gründung des Advisory Councils erfolgte auf dem WCW. Dabei wurde noch mal das Konzept vom Council vorgestellt und kritisch diskutiert.

Abschließend soll auch die Verlosung einer TP-Link-Hardwarespende unter den Communities erwähnt werden und natürlich die vielen Diskussionen am Grill. Für viele bedeutete das WCW, zu Emailadressen oder Nicknames endlich ein Gesicht zuordnen zu können. Am Freitag Abend sorgten DJs mit angenehmer Musik für eine chillige und entspannte Stimmung.

Informationen und Folien zu den Vorträgen sind im Wiki zu finden.

Wir wünschen allen Freifunker_innen viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung der neu gewonnenen Ideen und freuen uns auf ein Wiedersehen auf den nächsten Treffen der Freifunk Community:

  • BattlemeshV8 – Internationales Treffen der Wireless Communities vom 3.8.-9.8.2015 in Maribor/Slowenien
  • ChaosCommunicationCamp – Freifunk Hacker Village vom 13.8.-16.8.2015 im Ziegeleipark Mildenberg

Wir bedanken uns bei der c-base, den Organisatoren, allen unterstützenden Vereinen und Spendern und all den Menschen, die am Grill standen, anders geholfen haben und einkaufen gegangen sind.

Trefft die Freifunkas im Mai und August!

In den nächsten Monaten gibt es wieder viele Gelegenheiten, Communities und FreifunkerInnen aus Deutschland und der Welt zu treffen. Das ist eine tolle Chance zur sozialen Vernetzung über die Grenzen der eigenen Community hinaus.

OpenTechSummit – Router flashen & Infostand für Interessierte

14.5.2015 in Berlin

Einen Tag bevor das jährliche Wireless Community Weekend beginnt, findet am 14.5 in der Kalkscheune in Berlin der erste OpenTechSummit in Deutschland statt. Auf dem Summit kommen die spannendsten Ideen und Macher der Open-Technology-Community in Berlin zusammen. Die Themen reichen von Open Hardware, über offene Enzyklopädien des freien Wissens, Software-Entwicklung und freie Netze bis hin zu Themenbereichen rund um Copyright und Patente für Firmengründer. Für Kinder und Technik-Begeisterte gibt es Workshops zum Selberbauen. Interessant für Freifunker_Innen oder die, die es werden wollen sind die Workshops zum Router flashen und der Infostand für Interessierte. Mehr Informationen zum Programm und zur Anmeldung findet ihr auf der Seite des OTS15.

WCW – Treffen der deutschsprachigen Community mit internationalen Gästen und Hackathon

15.5.-17.5.2015 in Berlin

Zum mittlerweile 11. Mal trifft sich die deutschsprachige Community mit internationalen Gästen in der c-base in Berlin. Ab 15. Mai beginnt das “offizielle” Programm. Wie jedes Jahr gibt es bereits jetzt viele Vorschläge zum Programm, das allerdings spätestens vor Ort von den Teilnehmer_innen gestaltet wird. Es finden Vorträge, Workshops und durchgehend Hacksessions statt. Die Veranstaltung kostet keinen Eintritt und ist offen für alle Interessierten!

Auch in diesem Jahr stehen u.a. die Themen Crypto, IPv6 und neue Services an, aber auch wie immer Firmware, neue Installationen und nicht zu letzt Recht und Öffentlichkeitsarbeit. Ein weiteres wichtiges Thema auf dem WCW 2015 wird der zu gründende Freifunk Beirat (advisory council), der aus Mitgliedern verschiedener Communities bestehen soll, und die Entwicklung eines gemeinsamen Memorandum of Understanding (Verständigungsvereinbarung). Mehr Informationen zum WCW 2015 gibt es im Wiki. Natürlich wird traditionsgemäss auch in diesem Jahr wieder gegen Abend mit Blick auf die Spree gegrillt.

Tragt eure Ideen und Vorschläge für Vorträge, Projekte oder Workshops im Wiki ein. Falls ihr zeitliche Wünsche für euer Thema habt, ergänzt diese bitte. Die Agenda selbst wird in der Regel “zur Laufzeit” kompiliert und ausgeführt.
Schreibt euch bitte auch in die Liste der Teilnehmer ein, damit die Verpflegung besser geplant werden kann. Falls ihr eine Übernachtungsmöglichkeit sucht oder eine Couch anbieten könnt, nutzt die Bettenbörse als Austauschplattform.

Im letzten Jahr ist viel passiert, deshalb freuen wir uns euch zahlreich in Berlin zu treffen!

BattlemeshV8 – Internationales Treffen der Wireless Communities

3.8.-9.8.2015 in Maribor/Slowenien

battlemeshv8Das Wireless Battle of the Mesh bringt Menschen aus der ganzen Welt zusammen, die sich mit Protokollen von ad-hoc Netzwerken beschäftigen. Die verschiedenen Routingprotokolle werden verschiedenen Umgebungen und Konfigurationen ausgesetzt und dabei gemessen – als ein freundschaftlicher Wettbewerb. Vor allem aber geht es um die soziale Vernetzung der Netzwerkspezialisten mit Communityaktivisten und Meshinteressierten.

Nachdem das Wireless Battle of the Meshes schon durch halb Europa gewandert ist, findet es dieses Jahr in Maribor/Slowenien statt.

Du möchtest Mesh Aktivisten_innen aus ganz Europa treffen? Dann komm einfach vorbei, die Veranstaltung selbst ist kostenlos und offen für jede_n. Du hast eine Idee oder Projekt, das mit Meshprotokollen zu tun hat? Du bist in einem Gemeinschaftsnetz aktiv? Du hast Themen, die in diesem Zusammenhang diskutiert werden sollten? Dann reiche Deinen Workshop oder Vortrag bis zum 1. Mai ein. Hier findest Du die Ankündigung.

ChaosCamp – Freifunk Hacker Village

13.8.-16.8.2015 im Ziegeleipark Mildenberg

fairydustDas Chaos Communication Camp ist eine internationale, Fünf-Tage-Open-Air-Veranstaltung für Hacker und/oder damit verbundenen Lebensformen. Es bietet eine entspannte Atmosphäre für den freien Austausch von technischen, sozialen und politischen Ideen. Das Camp bietet alles, was man braucht: Strom, Internet, Essen und Spaß. Im Freifunk Hacker Village werden Freifunker_Innen aus ganz Deutschland hacken, basteln und chillen. Kommt vorbei und bringt euer Zelt mit. Mehr Informationen gibt es hier.

Der Veranstaltungsort wird der Ziegeleipark Mildenberg sein, wo vom 13. bis 17. August die Hacker zusammenkommen wollen. Die Preise für die Camp-Tickets stehen noch nicht fest, ein Vorverkauf ist aber angekündigt. Also “Save the date für den Sommerurlaub unter Gleichgesinnten, inklusive funktionierender Draisinen und Lokomotiven!” Traditionell reist man schon einige Tage vorher an und hilft beim Aufbau oder nach dem Event beim Abbau.

Lieber FÜR Menschen als GEGEN irgendwas!

refugees-freifunkZahlreiche Freifunkgruppen aus ganz Deutschland vernetzen Flüchtlinge. Das Schicksal von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, lässt die Freifunker_innen nicht kalt und die Bereitschaft zu helfen ist groß.

Viele Flüchtlinge haben Mobiltelefone, aber keinen Datentarif. Über das Freifunknetz können sie kostenfrei Kontakt zu Angehörigen aufnehmen, sich über ihre neue Stadt informieren und auf lokale Informationsangebote sowie auf Informationen aus ihrer Heimat zugreifen.

Einige Freifunkgruppen stoßen an Grenzen, die ihnen die Verwaltung setzt. Viele Städte haben sich bisher kaum mit dem Thema Freifunk auseinander gesetzt und fürchten – unberechtigter Weise – rechtliche Konsequenzen bei der Entscheidung für diese unkonventionelle, schnelle Lösung. Selbst wollen sie jedoch auch nicht als WLAN-Anbieter auftreten.

Aktuell sind viele Freifunker_innen in Gesprächen mit Ihren Stadtverordneten und Kirchenvertretern, in einigen Städten und Gemeinden konnten sie bereits konkret aktiv werden:

Arnsberg

Arnsberger Freifunker und Jugendliche des C4 haben im Rahmen des U23 Programms eine Dauerunterkunft mit Freifunk versorgt. Verschiedene Parteien aus Arnsberg unterstützen die Aktion.

Es wurden drei Accesspoints installiert, die ein Meshnetzwerk aufspannen. Eine Verbindung zum Internet erfolgt über einen Backbone-Link zum lokalen städtischen Wertstoffbringhof über eine Strecke von fast 2 Kilometer.

Im Durchschnitt werden alle drei Knoten von 25 Geräten benutzt.

Augsburg

Im Jahr 2014 haben Augsburger Aktivisten die GU Calmbergstraße vernetzt. Dort leben etwa 160 männliche Flüchtlinge. Es gibt zwei außen installierte Nanostations und einen im Inneren aufgestellten Router. Zwar werden nicht alle Zimmer erreicht, aber der Bedarf zeigt sich durch die ausgiebige Nutzung der Installation. Die Verbindung ins Internet durch eine schmale 6 MBit-Leitung ist noch langsam und ausgelastet, aber dank VDSL ist Besserung in Sicht.

Unter den Bewohnern wird noch jemand gesucht, der die Installation vor Ort betreut und beim Ausbau unterstützt.

Berlin

Ausgehend vom Suizid in einer Gemeinschaftsunterkunft in Würzburg im Januar 2012 wurde im darauffolgenden Oktober im Zuge des sogenannten “march for freedom” (ein 600 km langer  Protestmarsch von Würzburg nach Berlin) der Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg von Refugees besetzt. Der Platz selbst verfügte über keinerlei Infrastruktur. Mit dem Ziel freie, unabhängige Netzwerkinfrastruktur aufzubauen und der digitalen Spaltung entgegenwirken, entschlossen sich Freifunker_innen den Oranienplatz mit Netz zu versorgen. Hierdurch konnte das Protestcamp von 2012 bis zu seiner Räumung 2014 mit Freifunk versorgt werden.

Nach anfänglichen technischen Problemen konnte im Dezember 2013 auch die Gerhart-Hauptmann-Schule an das Berliner Freifunknetz angeschlossen werden. Hier versorgten zwischenzeitlich bis zu 11 Access-Points die Bewohner_innen mit freiem Internet. Zu Stoßzeiten wurde über die Funkstrecke bis zu 2 MB/s übermittelt (up + down).

Seit  2014 werden vom Berliner Senat immer mehr Menschen in sogenannten Notunterkünften untergebracht. Hierbei handelt es vor allem um Turnhallen sowie Container-Gebäude. Die (digitale) Infrastruktur in diesen Orten ist meist mangelhaft. Im Dezember – gerade noch rechtzeitig  vor Weihnachten  – konnte beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Menschen von AFRA ein Internetzugang für die Notunterkunft in der Waldschulallee (Grunewald) realisiert werden:

“Die  Unterbringung der Flüchtlinge in der Notunterkunft Waldschulallee  geschah recht kurzfristig, doch durch zahlreiche Hardwarespenden und  schnelle Unterstützung durch Freifunker_innen konnten wir noch vor den  Weihnachtsfeiertagen einen Internetzugang in der Turnhalle einrichten.” –  Loofmann (AFRA)

So konnten die Menschen über die Feiertage Kontakt zu Angehörigen und Freunden aufnehmen. Generell ist das Ziel die digitale Infrastruktur in den Asylunterkünften zu verbessern. Deswegen wollen Freifunk Berlin und das Refugee Emanicpation Project zukünftig zusammenarbeiten.

Dortmund

Im Dezember 2014 wurde die Flüchtlingsunterkunft, eine ehemalige Schule in Dortmund mit drei Freifunk Knoten versorgt. DOKOM21 stellte der Einrichtung einen DSL Anschluss bereit.

Im Januar 2015 haben die Aktivist_innen die drei bestehenden Geräte durch leistungsfähigere Technik ersetzt. In der Unterkunft sind über 100 Flüchtlinge untergebracht, die das Angebot gern nutzen.

Mehrere neue Flüchtlingsheime werden im Frühjahr 2015 in Dortmund eröffnet. Bereits während Planungsphase nahmen Freifunker_innen Kontakt mit den Trägern auf und können Dank der positiven Erfahrungen alle weiteren Einrichtungen mit Freifunk versorgen.

Der überwiegende Teil der Geräte – mehr als 70 Router – wurde von PING e.V. gespendet. Die Piratenpartei will in jeder Einrichtung mindestens einen Desktop-PC aufstellen, um auch Menschen ohne Mobilgerät den Kontakt mit der Heimat zu ermöglichen.

Erfurt

Eine erste Kontaktaufnahme zwischen Gruppen, die in Erfurt Flüchtlingsunterkünfte betreuen fand bereits statt. Eine Ortsbegehung ist in nächster Zeit geplant.

Franken

Direkt nach der Wiedergeburt von Freifunk Franken wurde im Winter 2012 die zentrale bayrische Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Zirndorf mit flächendeckendem WLAN ausgestattet. Die dortigen Zustände hatten damals für deutschlandweite Berichterstattung gesorgt.

Die mit Spenden finanzierten Router wurden auf den Dachböden mehrerer Wohngebäude installiert, um den Internetzugang der Diakonie den Bewohner_innen zur Verfügung zu stellen. Vorher gab es WLAN nur in einem winzigen Computerraum und im Außenbereich.

Die WLAN-Installation existiert mittlerweile leider nicht mehr.

Frankfurt/Main

Freifunk Frankfurt versorgt zusammen mit dem Träger eine Dauerunterkunft mit offenem WLAN. Die Versorgung funktioniert schon seit mehreren Monaten stabil und genießt eine sehr hohe Akzeptanz unter den Bewohner_innen. Aktuell laufen Planungen, um zwei weitere Unterkünfte mit Freifunk auszustatten, damit auch dort einer freier und uneingeschränkter Zugang zum Netz möglich wird.

Die Frankfurter hoffen auf weiteres Interesse der Stadt, um auch zukünftig für einen zuverlässigen Ausbau zu sorgen und mehr Menschen zu erreichen.

Hamburg

Im Herbst 2013 spitzte sich die Lage der Flüchtlinge in der Hansestadt zu: 300 Flüchtlinge aus Libyen waren auf Hamburgs Straßen gestrandet, 80 von ihnen in der Sankt-Pauli-Kirche untergekommen. Wegen verschärfter Ausweiskontrollen und drohender Sofort-Abschiebung konnten die Menschen das Gelände der “Embassy of Hope” kaum noch verlassen.

Ohne Telefon und Internetzugang hieß das auch: Kein Kontakt zu Angehörigen und Freunden.

Im Oktober 2013 konnten durch den Förderverein freie Netzwerke e.V. in nur zwei Tagen alle benötigten Spenden eingesammelt werden, um auf dem Gelände der Kirche mit weniger Routern von Freifunk Hamburg ein offenes WLAN-Netz bereitzustellen. Der Pastor und das zugehörige Jugendhaus teilten darüber ihren Internetzugang mit den Flüchtlingen. Das Humanist Lab spendete zwei Rechner. Gemeinsam hat man so die Verbindung zur Aussenwelt zumindest digital wieder hergestellt.

“Es war toll zu sehen, wie sich die Bewohner über die neuen Möglichkeit freuten. Besonders über Nachrichten von den Familien zuhause oder über die afrikanische Champions League. Und durch die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort, vor allem des Küsters, ging der Aufbau sehr schnell und unkompliziert” – Rainer Sax, Humanist Lab

Dies bildete auch den Startpunkt für eine stärkere soziale Vernetzung auf St. Pauli und konkrete Planung von Richtfunkstrecken für das Hamburger Freifunknetz.

Seit Ende 2014 stehen auf dem Schwarzenbergplatz in Hamburg-Harburg Wohncontainer für mehrere Hundert Flüchtlinge. Ein Anwohner und Freifunker hat einen Router mit Sektorantenne ins Fenster gehängt. Bis zu 35 Menschen nutzen das WLAN gleichzeitig. Tagsüber und bis in die Nacht hinein sieht man Menschen, die mit ihren Smartphones in der WLAN-Schneise stehen. Inzwischen ist auf dem Gelände des Camps ein weiterer Router aufgestellt worden, so dass die Verbindungsqualität besser geworden ist und ein größerer Teil des Platzes mit WLAN versorgt werden kann.

Derzeit wird im Harburger Binnenhafen das Flüchtlingsschiff “Transit” für den Bezug von 250 Menschen vorbereitet. Damit die Bewohner_innen auch dort mit der Außenwelt kommunizieren können, wird die Freifunkanbindung des nahegelegenen Kulturkrans um weitere Uplinks und Access-Points erweitert. Dazu wurden Kooperationen mit umliegenden Firmen und Vereinen geschlossen, die Freifunk mit Routerstandorten und der Bereitstellung von Internet-Uplinks unterstützen.

Mainz

Im Dezember 2014 wurde in Mainz die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk versorgt. In den Räumlichkeiten wurden in Absprache mit dem Malteser Hilfswerk als Betreiber mehrere Freifunkknoten installiert. Diese werden von bis zu 40 Menschen genutzt. Sie können sich so über das Weltgeschehen informieren und Kontakt halten. Den Internetzugang stellt das direkt daneben liegenden Kulturzentrum PENG zur Verfügung. Darüber hinaus arbeiten die Mainzer Freifunker an der Anbindung des Standorts an den neu entstehenden Backbone. Per Richtfunk kann die Anbindungmit mit noch höherer Bandbreite erfolgen.

Auf kommunaler Ebene wurden mit fast allen Fraktionen des Mainzer Stadtrats Gespräche geführt und Freifunk vorgestellt. Dort wurde am 3. Dezember 2014 der Beschluss gefasst, die Versorgung von Flüchtlingsunterkünften mit Freifunk zu unterstützen.

Möhnesee

Im Ortsteil Körbecke der Gemeinde Möhnesee besteht ein Freifunknetz im Bereich der Innenstadt. Aus der Ferne versorgt das Meshnetzwerk die in der Flüchtlingsunterkunft aufgestellten Router. Dort wird das Netz von mehr als 10 Geräten genutzt.

Paderborn

Die katholische Kirchengemeinde in Holtheim hatte die Idee, die nahegelegene Flüchtlingsunterkunft über Freifunk mit freiem Internet zu versorgen. Den dort lebenden lebenden Flüchtlingen aus verschiedenen Regionen der Welt sollte so Kontakt zu Ihren Familien ermöglicht werden.

Die notwendige Hardware ist bestellt und wird schnellstmöglich aufgebaut. Die Kirchengemeinde trägt einen Teil der Kosten. Da kein Internetanschluss verfügbar war und andere Freifunkknoten zu weit weg sind, bestellte die Kirchengemeine einen DSL-Anschluss ins Gemeindezentrum, mit dem die Unterkunft per Richtfunk mit Freifunk versorgt werden soll.

Stuttgart

Im AWO Wohnheim in Stuttgart wohnen 160 Menschen, hauptsächlich Familien mit Kleinkindern. Die beiden Gebäude werden durch Stuttgarter Aktivist_innen mit zwei Routern ausgestattet. Mindestens drei weitere Router sollen alle Bewohner mit WLAN versorgen. Da der Internetzugang noch nicht aktiv ist, konnte die Installation noch nicht in Betrieb genommen werden.

In Nürtingen bei Stuttgart gibt es ersten Kontakt zum Flüchtlingsheim. Dort gibt es kein Internet und auch keinen Anschluss im Büro. Es gibt ein Angebot, einen Anschluss zu spenden, womit das Flüchtlingsheim dann versorgt werden soll.

Vielen Dank an alle Beteiligten, die diesen Artikel ermöglicht haben.

Freifunk auf dem 31c3 in Hamburg

31c3Schon zum 31. Mal findet zwischen Weihnachten und Neujahr der Chaos Communication Congress (31c3) statt. Vom 27.12. bis 30.12.2014 treffen sich technik- und netzbegeisterte Menschen aus aller Welt im Congress Centrum Hamburg (CCH). Es gibt ein umfangreiches Vortragsprogramm und viele Inititativen und Organisationen stellen sich auf eigenen Assemblies vor. Thematisch wird von Hardware Hacking über Softwareentwicklung und Netzpolitik bis hin zum Kaffee kochen und Whiskey brennen für jeden etwas dabei sein. Auch Freifunk nutzt wieder die Gelegenheit und stellt sich auf einer eigenen Assembly vor.

Die Freifunk Assembly

Freifunk Hamburg hat eine Assembly auf dem 31c3 angemeldet. Damit haben wir einen Platz, an dem wir uns treffen können. Dort können wir außerdem programmieren, Sessions veranstalten, uns austauschen oder kennenlernen. Ihr könnt die Assembly eigentlich nicht verfehlen, denn auch dieses Jahr wird ein großer Freifunk Banner auf die Assembly hinweisen.

Bisher haben sich mehr als 50 FreifunkerInnen aus den unterschiedlichsten Freifunk Communities Deutschlands angekündigt. Den weitesten Anreiseweg haben die FreifunkerInnen aus Franken.

Geplant ist bisher, dass man sich über die verschiedenen existierenden Firmwareansätze unterhalten will. Dabei sollen Buildsysteme, Protokolle und Arbeitsweisen besprochen und Gemeinsamkeiten gefunden werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird sicher auch die Etablierung interner Freifunkdienste wie z.B. ein Newsserver. Andere planen, gemeinsam an Vorlagen für Informationsmaterial zu arbeiten.

Sessions: Freifunk Forum, API Update Party und vieles mehr

Mehrere Sessions sind angemeldet. Das Webteam trifft sich, um weitere Pläne für die Website freifunk.net zu schmieden. Interessierte, die uns helfen möchten sind herzlich willkommen. Freifunk Rheinland wird das neue Freifunk Forum vorstellen, Fragen beantworten und Communities helfen, dort einen Feed zu bekommen. Außerdem laden wir zur Freifunk API Update Party ein, um die Dateien der Communities auf den neuesten Stand zu bringen. Monic vom Förderverein Freie Netzwerke e.V. wird über die Arbeit des Fördervereins im vergangenen Jahr berichten. Von Freifunk Rheinland gibt es einen Vortrag, wie der Freifunk Rheinland Verein zum eigenen Internet Service Provider (ISP) geworden ist.

Wo gibt es mehr Informationen?

Die zeitliche Planung der Sessions erfolgt auf unserer Assembly-Seite im Wiki des CCC, damit diese Veranstaltungen auch im großen Kalender des 31c3 erscheinen. Um besser planen zu können und zu wissen wer alles kommen möchte, haben wir eine Teilnehmerliste angelegt. Die Anmeldung ist nicht verpflichtend, hilft uns aber bei der Koordinierung der Assembly (Stühle, Tische, WLAN-Router usw.).

Falls ihr noch nicht wisst, wo ihr übernachten könnt, schaut auf unsere Übernachtungsbörse. Bei weiteren Fragen oder Anregungen könnt ihr uns natürlich jederzeit kontaktieren.

Google Summer of Code 2014

Google nutzt für viele seiner Dienste OpenSource-Software. Mit dem Google Summer of Code möchte sich Google bei der OpenSource-Gemeinde bedanken und fördert Studenten für ein von Mai bis August laufendes Projekt mit 5500 US$ – in diesem Jahr für über 1100 Studenten aus aller Welt.

Im Jahr 2014 nahm Freifunk wieder am Google Summer of Code teil. Freifunk bündelt dabei als eine Art Dachorganisation mehrere Initiativen aus der ganzen Welt: guifi.net, ninux.orgwlan slovenija und libremesh. Wir bekamen in diesem Jahr 9 “Slots” für Projekte zugesprochen, die Studenten in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Slowenien bearbeiteten. Die Projekte beschäftigten sich u.a. mit der Freifunk-API, Netzwerkprotokollen und Software zum Communitymanagement. Im Freifunkblog können Details zu den Projekten nachgelesen werden.

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FreifunkerInnen treffen Linus Tovalds

Den Abschluss des diesjährigen Google Summer of Code bildete der Mentors Summit, zu dem jede Organisation zwei Mentoren entsenden darf. Zur Feier des 10-jährige Bestehens waren auch Teilnehmer aus den vergangegen Jahren eingeladen und der Summit wurde um einen Tag verlängert. Mehr als 600 Teilnehmer aus aller Welt trafen sich vom 23.10. bis 26.10.2014 in San Jose, Kalifornien, um sich über ihre Projekte auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und nicht zuletzt den 10. Google Summer of Code zu feiern. Als Überraschungsgast zum Dinner und Jubiläumsempfang war Linus Torvalds geladen. Wir hatten kurz die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen und ihm von Freifunk zu erzählen. Eindrücke und Bilder zum Mentors Summit sind auf Flickr zu finden.

Auch im kommenden Jahr möchten wir uns als Organisation wieder bewerben. Die Bewerbung selbst erfolgt im Februar 2015, Ideen für Projekte können wir aber schon jetzt im Wiki sammeln. Falls ihr Kontakte zu Universitäten oder Fachhochschulen habt, sprecht mit Dozenten, Studenten oder Lehrstuhlinhabern, um Unterstützung für Projekte im Sommersemester 2015 zu bekommen.

WLAN ohne Stromkabel: Freifunk für die Insel

Freifunk für die InselWenn man eine_n Nerd frägt, was er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, so antwortet er_sie höchstwarscheinlich mit einem Lächeln im Gesicht – das Internet. Eine genauere Nachfrage, wie  das funktionieren soll, verwandelt dieses jedoch schnell in ein Stirnrunzeln. Doch jetzt ist Hilfe in Sicht – einige Projekte in der Freifunk Community schicken sich an, der_m ratlosen Nerd Lösungsvorschläge an die Hand zu geben.

Steht an einem Standort kein Strom oder Internetzugang zur Verfügung ist die Situation der auf einer einsamen Insel doch sehr ähnlich.

Was benötigt so ein Inselsystem?

  • eine autarke Energiequelle
  • einen Puffer
  • einen Router mit Freifunk Firmware
  • die Verbindung zum Internet über Mobilfunk oder einen anderen Freifunk Knoten in der Nähe

Freifunk zur Sonne, zur Freiheit

Als Energiequelle setzen die meisten bislang im Freifunk Umfeld gestarteten Projekte auf fest installierte Solarzellen. Diese haben, im Gegensatz zu Windrädern oder Zellen mit Nachführung, keine mechanischen Teile die gewartet werden müssten oder fehleranfällig sind. Der größte Nachteil der Solarzellen ist, dass diese knapp die Hälfte des Tages keine Energie liefern. So hat ein Windrad unter guten Voraussetzungen einen um 50% höheren Nutzungsgrad.

Für die restliche Zeit muss die Anlage über einen Puffer versorgt werden. Die Größe der Solarzelle und des Puffers richtet sich nach dem Verbrauch, dem Wirkungsgrad, der angestrebten Verfügbarkeit der Anlage sowie nach der zu erwartenden Sonneneinstrahlung. Welche Solarzellen man dabei verwendet ist Geschmackssache. Monokristaline Zellen haben den besten Wirkungsgrad und erwirtschaften die benötigte Leistung mit der geringsten Fläche.

Es gilt bei der Dimensionierung der Zelle und des Akkus möglichst intelligent vorzugehen, um einen chronisch überfüllten oder leeren Akku zu vermeiden. Die angestrebte Verfügbarkeit bestimmt die Dimension und damit die Kosten des Systems. Ist ein Ausfall für einige sonnenarme Tage hinnehmbar, können Panel und Akku entsprechend kleiner und damit billiger gewählt werden. Knackpunkt für eine Kostenreduzierung bei der Energieversorgung ist der vernünftige Umgang mit der verfügbaren Energie. Ein Ausfall eines Nodes/Routers ist für die Nutzer nicht immer gleich schmerzhaft.

Wenn nun mehrere solcher Router in Sicht-/Reichweite verteilt werden, ist das Freifunknetz fertig. Nun kann einer der sogenannten Nodes per Mobilfunk oder Satelliten Uplink Internetzugang liefern. Alternativ wird eine Freifunk Nanostation mit einer großen Flaschenpost zur mit Internet versorgten Nachbarinsel geschickt und auf Eure Insel ausgerichtet 🙂

Realisierte oder geplante Insellösungen

Danke an die (Co)-Autoren:
Monic, Andi, Tobias, Georg