2017 haben wir Abschied von Armin Medosch genommen. Mit ihm verlor die Community einen klugen Beobachter, kritischen Denker und langjährigen Begleiter freier Netze.
Nun ist ein Werk erschienen, an dem Armin über längere Zeit gearbeitet hatte und das er selbst nicht mehr fertigstellen konnte: The Rise of the Network Commons.

Ein posthum veröffentlichtes Projekt
Armin Medosch hatte sich über viele Jahre mit Community Networks, digitaler Selbstorganisation und der Frage beschäftigt, wie Infrastruktur als Gemeingut organisiert werden kann.
Teile des Materials zu diesem Buch waren bereits in seinem Blog veröffentlicht worden. Eine vollständige Veröffentlichung kam jedoch zu seinen Lebzeiten nicht mehr zustande.
Dass dieses Projekt nun doch zugänglich geworden ist, ist vor allem Adam Burns und Volker Grassmuck zu verdanken. Sie haben das Material gesichtet, bearbeitet und veröffentlicht.
Dafür möchten wir ihnen ausdrücklich danken.
Warum das Thema für Freifunk relevant ist
Viele der Fragen, die Armin in seinem Buch behandelt, beschäftigen auch Freifunk seit Jahren:
- Wie kann Netzinfrastruktur gemeinschaftlich betrieben werden?
- Wie entstehen offene und zugängliche Kommunikationsräume?
- Welche Alternativen gibt es zu rein kommerziellen Modellen?
- Wie kann lokale Verantwortung mit globaler Vernetzung zusammengehen?
Freifunk ist ein praktisches Beispiel dafür, dass solche Ansätze funktionieren können.
Theorie, Geschichte und Praxis
Das Buch verbindet historische Perspektiven mit politischen und technischen Fragen rund um freie Netze und gemeinschaftlich betriebene Infrastruktur.
Gerade für Menschen, die neu zu Freifunk oder Community Networks kommen, bietet es einen guten Überblick darüber, wo viele Ideen ihren Ursprung haben.
Für langjährig Engagierte dürfte vieles vertraut klingen – gleichzeitig hilft der Blick zurück dabei, aktuelle Entwicklungen besser einzuordnen.
Unsere Empfehlung
The Rise of the Network Commons ist frei verfügbar und lesenswert für alle, die sich mit Freifunk, digitalen Gemeingütern und offener Infrastruktur beschäftigen.
Es zeigt, dass viele der Themen, die uns heute bewegen, eine längere Geschichte haben – und dass gemeinschaftlich organisierte Netze auch weiterhin wichtig bleiben.

