Hallo alle,
Heidi Jovanovic, eine Journalistin aus Augsburg, möchte einen Artikel über
freifunk.net in der Augsburger Allgemeinen Zeitung schreiben. Sie schrieb
mir:
Sehr geehrter Herr Neumann,
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Ich habe Abgabe des Artikels für Ende November vereinbart. Darum wäre
es
für mich prima, wenn ich Ihre Antwort einige Tage vorher, also ca. bis
27.11. bekommen könnte.
Ich sehe, es sind wirklich recht viele Fragen auf einmal geworden.
Selbstverständlich ist es nicht nötig, dass Sie auf alle gleich
detailliert eingehen. Vielleicht wollen Sie auch einige davon an andere
Mitglieder der Community weitergeben? Sehr gern würde ich in dem
Artikel
auch mehrere Freifunk-Aktivisten zu Wort kommen lassen. Sie sind bis
jetzt der erste Experte, den ich angeschrieben habe. Daneben habe ich
zur Zeit nur Kontakt zu der recht jungen lokalen Gruppe hier in
Augsburg, die noch nicht sehr groß ist. Ich würde aber gern ein
möglichst rundes Bild der Freifunk-Initiative und ihrer Chancen, evt.
Schwierigkeiten vermitteln, möglichst gewürzt mit persönlichen
Erfahrungen, Erfolgsgeschichten oder erlittenen Rückschlägen,
Hoffnungen
und Prognosen von Community-Mitgliedern. Das müssen auch nicht
unbedingt
nur Aussagen sein, die sich in das Korsett meiner Fragen fügen.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe und viele Grüße aus
Augsburg
Heidi Jovanovic
Ich möchte ihrem Wunsch gerne Nachkommen und Euch hier die
Gelegenheit geben, Eure eigenen Gedanken und Ideen zu formulieren.
Insbesondere bei den Fragen zu den lokalen Communitys wäre es super, wenn Ihr
selbst was schreiben könntet. Doch auch sonst seid Ihr herzlich eingeladen
Eure Kommentare abzugeben und Eure Gedanken und Visionen los zu werden.
Einen lieben Gruß
JuergeN
> 1.) Zur Website freifunk.net:
>
> Seit wann gibt es die Website?
Die Seite ist Anfang 2003 entstanden.
> Wer waren die Initiatoren und wer sind die aktivsten Mitarbeiter?
Jürgen Neumann - Idee, Redaktion, Presseansprechpartner und Kontakter
Hauke Altmann - Entwicklung der Website mit Zope und Plone, Server
Administration (bis 2005)
Monic Meisel - Entwicklung des Corporate Designs, Graphic &
Interfacedesign, Webkonzeption
Ingo Rau - Webkonzeption, Redaktion
Iris Rabener - Projektplanung und -management, Redaktion, Webkonzeption
Olaf Koglin - rechtliche Themen aller Art (Spezialgebiet Freie und Open
Source Software)
Jürgen Klaaßen - Content-Syndication, Recherche, Evaluierung Hard- und
Software
Christian Heise - Pressearbeit, Projektunterstützung, Sponsoring
Jan Marschner - Programmierung (bis 2004)
Jens Nachtigall - Server Administration, Entwicklung (seit 2005)
Mario Behling - Konzept, Programmierung, Redaktion, Blogger (seit 2006)
> Wie entstand die Idee dazu?
Die Idee entstand zum einen, da ich selbst in Ostberlin nur per WLAN ein
Verbindung zum Internet erhalten konnte, zum anderen war ich im Jahr 2002 auf
einer Veranstaltung namens BerLon?
(http://www.boell.de/de/04_thema/1711.html ,
http://www.oekonux.de/liste/archive/msg05444.html). Dort erkannte ich, das es
schon eine Reihe von Initiativen gab (vor allem im englishsprachigen Raum),
diese aber sehr isoliert voneinander waren. Ich besprach die Erfahrungen im
Herbst 2002 mit einigen Leuten aus meinem damaligen Arbeitszusammenhang,
einem Netzwerk von Menschen verschieder Arbeitsbereichen (IT/Media), namens
mindworxs. Hier der Link zu unseren damaligen Überlegungen
http://www.mindworxs.de/projekte . Der erste von uns überstzte Artikel war
von Nicholas Negroponte
http://freifunk.net/magazin/gesellschaft_politik/negroponte , der uns mit
seiner frühen Vision stark motivierte. Im Laufe der Zeit fanden wir immer
Menschen mit den gleichen Ideen (z.B. http://www.consume.net/ ,
http://freenetwork.org)
> Wie wird sie finanziert?
Die Mitarbeit erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Das Hosting wird uns durch
Werner Schultheiss und seiner Firma Letras ermöglicht. Seit Mitte des Jahres
erhalten wir weitere Unterstützung durch IN-Berlin e.V. .
freifunk.net erhält außerdem private Spenden durch den Förderverein freie
Netzwerke e.V., die wir Projektbezogen verwenden, bzw. den Communitys zur
Verfügung stellen.
> Woher kommt die Motivation und was sind Erfolgserlebnisse?
Heute hat unsere Website ca. 150.000 Visits im Monat. Und es werden immer
mehr. In fast jeder größeren deutschen Stadt gibt es ein freifunk.initiative
oder befinden sich gerade eine im entstehen. Das ist ein Erfolg, ein Teil der
Motivation. Ein weiterer Teil ist sicher ein gewisser Altroismus, der Wunsch
die eigene Erfahrungen mit anderen zu teilen und ihnen zu helfen, sich ihr
eigenes Kommunikationsnetz aufzubauen. wichtig waren und sind auch viele
andere Personen wie Beispielsweise Armin Medosch, der uns in seinem im Jahr
2003 erschienen Buch "Freie Netze"
https://freifunk.net/downloads/Freie_Netze_Buch_von_Armin_Medosch.pdf viel
Aufmerksamkeit geschenkt hat.
Ebenso hat Sven-Ola Tücke und eine vielzahl anderer OpenSource?-Entwickler uns
durch die Entwicklung der freifunk.firmware in der praktischen Umsetzung
unserer Ideen erheblch weiter gebracht und damit viel zum Erfolg beigetragen.
Es ist einfach schön zu sehen, wie sich immer mehr Menschen unserer Idee
anschließen und ihren individuellen Beitrag zum gemeinsamen Erfolg
beitragen.
Die freifunk.idee findet auch ausserhalb Deutschlands wachsende
Aufmerksamkeit. Gerade habe ich eine Präsentation beim Indischen
IT-Ministerium gehalten. Auf dem Airjaldi Summit in Dharamsala konnte ich
erleben, auf welch fruchtbaren Boden unsere Überlegungen und unsere
Erfahrungen mit Community-basierten Netzen auch in den ärmeren Ländern
fallen, um die dortigen Infrastrukturprobleme zu lösen. Das ist ein starker
Antrieb. Man findet eine immer größer werdende Zahl von Mitstreitern.
> 2.) Zu Freifunk allgemein:
>
> Wie würden Sie die Freifunk-Initiative definieren?
Freifunk ist eine nicht kommerzielle, für jeden offene Initiative zur
Förderung freier (Funk-)Netze im deutschsprachigen Raum. Freifunk ist Teil
einer internationalen Bewegung für freie, drahtlose Netze (WLAN's).
Die Vision von freifunk ist die Verbreitung freier Netzwerke, die
Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Förderung lokaler
Sozialstrukturen. Durch die Vernetzung ganzer Stadtteile, Dörfer und Regionen
wollen wir der digitalen Spaltung entgegenwirken und freie unabhängige
Netzwerkstrukturen aufbauen, in denen zum Beispiel lizenzfreies
Community-Radio, die Übertragung lokaler Events, private Tauschbörsen und die
gemeinsame Nutzung eines Internetzugangs möglich werden.
mehr unter http://freifunk.net/idee/was_ist_freifunk
> Können Sie etwas zu der Entwicklung sagen? Wieviele neue
Freifunker
> jährlich oder monatlich dazu kommen, wieviele neue Knoten
entstehen
> etc., wie die Perspektiven sind?
Berlin
Nach dem Mauerfall wurden in Berlin die Telefonverkabelung der ehemaligen
Ostgebiete erneuert. Dabei kam moderne Glasfasertechnik zum Einsatz. Es
entstanden die sogenannten Opal-Gebiete (engl. OPtical? Access Line; OPAL
-> siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Optische_Anschlussleitung). In
den Opal-Gebieten, die unter Internetnutzern auch Opal-Gettos genannt werden,
ist ein Breitbandanschluss mit DSL-Technik nicht möglich, alternative
Techniken sind für Privatpersonen in der Regel nicht bezahlbar. Aus diesem
Grunde reichen die ersten Berliner Wlan-Verbindungen zum Zweck der
Internetanbindung bis ins Jahr 1998 zurück.
Mit der Zeit wurde WLAN populärer und billiger im Einsatz, es verstärkte sich
die Idee benachteiligte Gebiete in größerem Umfang mit Internet zu
versorgen.
Im Oktober 2002 wurde die Freifunk-Initiative (http://www.freifunk.net)
gegründet, um das Wissen rund um WLAN zu bündeln und um den
Erfahrungsaustausch einzelner Projekte untereinander zu fördern. Um ganze
Stadteile via WLAN zu vernetzen, fehlte es aber noch an der passenden
Technologie. Zur Wizards of OS (http://www.wizards-of-os.org/) im Juni 2004
gelang der erste Durchbruch. Mit Andreas Tønnesens freier Implementierung des
OLSR Protokolls (http://www.olsr.org/) wurde dort das erste MeshNetzwerk? mit
23 Teilnehmern umgesetzt. Dieses Ereignis löste ein positives Medienecho aus,
so dass das Berliner Funkprojekt einen gewaltigen Zuwachs an Entwicklern und
Interessierten aller Art erfuhr. Sven-Ola begann mit seiner Arbeit an der
FreifunkFirmware (http://sourceforge.net/projects/ff-firmware/), welche im
November desselben Jahres veröffentlicht wurde. Damals hatte das Netz gerade
einmal ca 50 Knoten. Die neue einfache Möglichkeit, auch ohne tiefes
Computerwissen teilzunehmen, führte dann zu einem deutlichen Wachstumssprung.
Einen Monat später veröffentlichten Thomas Lopatic und Elektra eine OLSR
Erweiterung namens ETX, welches die Funkwelt nachhaltig beeinflusst
hat.
Anfang 2005 begannen sich auch in den Stadtteilen Hohenschönhausen und
Weißensee, die zum äußeren Nordteil Berlins gehören, einige Freifunkern zu
einer Funkwolke zusammenzufinden. Mitte des selben Jahres wurde die
IP-Vergabe ins Leben gerufen, um die stetig wachsende Teilnehmer-Zahl, zu
dieser Zeit waren es ca. 150, besser organisieren zu können
(http://www.olsrexperiment.de).
Im November 2005 konnte der Frei-Funkverteiler auf dem Kirchturm der Emmaus
Gemeinde in Berlin Kreuzberg
(http://de.wikipedia.org/wiki/Emmauskirche_(Berlin) installiert werden. Ein
derart exponierter Standort lässt natürlich jedes Freifunkherz höher
schlagen. Anfang 2006 konnte die Funkwolke Hohenschönhausen/Weißensee mit den
anderen Berliner Freifunkern verbunden werden, so dass ca. 220 Konoten per
Wlan miteinander kommunizierten. Mittlerweile unterstützen auch die Zwingli-
und die Samariter-Gemeinde in Berlin Friedrichshain mit ihren Kirchtürmen das
Freifunk-Projekt.
Die Zahl der Knoten im Berliner Freifunknetz schwankt, da zum Beispiel
Notebooks nicht den ganzen Tag im Betrieb sind. Auch betreiben einzelne
Personen oft mehre Knoten um zum Beispiel eine Funkabdeckung im eigenen
Umfeld herzustellen und gleichzeitig weite Strecken zu anderen Teilnehmern zu
überbrücken. Andererseits werden zum Teil einzelne Funkknoten über Subnetze
weiterverteilt und versorgen so wiederum viele weitere Teilnehmer. Sie
tauchen in der Übersicht dann aber nur als einzelner Knoten auf. Alle Zahlen
sind also mit Vorsicht zu betrachten, können aber eindeutig einen Trend
wiederspiegeln. Zum Zeitpunkt dieses Artikels liegt die Teilnehmerzahl
zwischen 300 und 500 Knoten, und jeden Monat kommen ca. 20 bis 30 neue
dazu.
Weimar
### Hallo Weimar, hier wäre es schön, wenn ihr aus den Communities was
hinschreiben könntet:
Leipzig
Leipzig.freifunk.net, das seit 2004 besteht, wächst zur Zeit sehr schnell. In
den letzten Monaten sind jeweils mehr als 50 Knotenpunkte neu hinzugekommen.
Am 11. November 2006 waren bereits 340 Knoten aktiv. Zunächst war Freifunk in
Leipzig vor allem im DSL-freien, alternativen Viertel Connewitz beliebt.
Inzwischen breitet es sich auch in Gegenden zum Teil rasend schnell aus, in
denen günstige DSL-Anschlüsse verfügbar sind, in Großzschocher, Schleußig und
Plagwitz. Antrieb dieses Wachstums sind in aller Regel einige sehr aktive
Freifunker. Sie tragen Freifunk in den Bekanntenkreis, vermitteln die
Grundlagen, warnen aber auch vor falschen Ansrprüchen. Freifunk ist kein
Gratis-Internet und liefert bedient keine Konsumentenhaltung, auch wenn dies
in den Medien gelegentlich so dargestellt wird. Die Community kommuniziert
auf verschiedenen Wegen. Zum wöchentlichen Treffen finden sich meist zehn bis
20 Freifunker ein, mehr und weniger Grundlegendes wird in Mailinglisten, im
Chat, im Wiki und in einem Forum diskutiert. In unregelmäßigen Abständen
finden Streamings von Konzerten, Parties, Lesungen statt. Eine regelmäßige
Radiosendung ist in Planung. Den Teilnehmern ist bewusst, dass es sich um
eine offenes, experimentelles Netzwerk handelt. Weitere Informationen finden
sich auf http://leipzig.freifunk.net .
Rostock
### Hallo Rostock, hier wäre es schön, wenn ihr aus
den Communities was hinschreiben könntet:
Augsburg
Was mich an Freifunk fasziniert? Die Idee ein Netzwerk zu schaffen, das sich
völlig frei von kommerziellen Interessen entwickelt. Eigene Dienste anbieten
zu können, Freiheit zu haben und Freiheit zu geben. Die Technik, sich mit
Menschen zu verbinden, die irgendwo einige Häuser weiter wohnen und diese
kennenzulernen. All das ist für mich Antrieb genug. Freifunk verbindet -
verbindet Euch mit. (Karsten Nordsiek)
etc.?
> Worin sehen Sie die Zukunft von Freifunk? Was ist Ihre Vision?
immer mehr, immer mehr, immer mehr ... freie unabhängige
Kommunikationsinfrastrukturen nach dem OPLAN-Modell (
http://oplan.org/concept/what.html ). Noch günstigere und bessere Hardware,
noch einfacherer Installtion und Konfiguration, mehr Spektrum, um auch
weitere Verbindungen einfacher realisieren zu können.
> Wie ist die Beziehung von freien Funknetzen zum Internet?
Der Zugang zum Internet ist ein wichtiger Bestandteil der Motivation, aber
nicht der einzige. Natürlich ist es gerade für die Menschen von Bedeutung,
die bisher keinen Zugang dazu haben. Doch das Internet ist eigentlich nicht
unbedingt Bestandteil einer freifunk.infrastruktur. Lediglich stellt das
freifunk.netz die Möglichkeit einer Verbindung damit her. Die
Nutzungsbestimmungen des Internetz müssen immer lokal und gemessen an den
jeweiligen Bedingungen geregelt werden. Eine billige DSL-Flatrate in Europa
läßt sich leicht verschenken, ein mehrere Tausend Dollar teurer Glasfaser-
oder VSAT-Anschluß in einem Entwicklungsland wahrscheinlich nicht.
Doch der Aufbau einer lokalen Kommunikationsinfrastruktur, in der kostenlos
Daten mit hoher Bandbreite ausgetauscht werden können, ist auch ohne Internet
von großem Nutzen - steht doch der größte Teil unserer kommunikation in einem
lokalen Bezug. Besonders Voice-over-IP, also Telefonie, und Audio-Streaming
(z.B. Community-Radio) dürfte für viele Menschen auch ohne Internet
interessant sein. Der Freiheit sind hier keine Grenzen gesetzt, solange das
Netz offen für alle möglichen Dienste und Modelle bleibt. Internet ist einer
dieser möglichen Dienste.
> Wie werden internationale Treffen, wie die Freifunk.net Summer
> Convention und der Airjaldi-Summit organisiert und was bringen
sie?
Unsere Treffen sind gemeinsam organisierte Events, an deren Realisierung sich
viele Individuen und Organisationen beteiligen. Wir haben uns unter einem
gemeinsamen Dach zusammengeschlossen: http://wsfii.org .
Wir benötigen einen Gastgeber, der in der Lage ist, mehrere hundert Menschen
über einen längeren Zeitraum gut und sicher unterzubringen und zu versorgen
und über genügend Raum für Panels und Workshops verfügt. Ein guter
Internet-Anschluss sowie ein bereits existierendes Projekt sollte idealer
Weise auch vorhanden sein. Darüber hinaus benötigen wir eine Reihe von
Sponsoren, die vor allem Reisekosten und Material finanzieren. und last but
not least so viele Menschen wie möglich, die Lust haben dort hin zukommen, um
zu lernen und zu lehren.
Ziel der Treffen ist Erfahrugsaustausch, der praktische Auf- und Ausbau
lokaler Netze, sowie die Schaffung und Vertiefung vertrauensvoller,
kooperativer Beziehungen zwischen den anwesenden Menschen. Letzteres ist
besonders wichtig, um sich auch nach einem Event gegenseitig mit Rat und Tat
zur Verfügung stehen und kooperieren zu können. In der Zwischenzeit sind ein
mächtiges soziales Netz kreuz und quer über den Globus und viele
Freundschaften enstanden. Wir haben damit die Möglcihkeit, fast überall auf
der Welt Leute zu unterstützen, die selbst die Initiative ergreifen und sich
ihr eigenes Netz bauen (wollen). Natürlich schaffen wir das nicht alles auf
einmal oder an mehreren Orten gleichzeitig. Aber mit jedem Treffen wächst
unser soziales Netz und damit wachsen unsere Möglichkeiten. Mit unseren
Treffen verhelfen wir der lokalen Organisation auch zu mehr öffentlicher
Aufmerksamkeit. Im Falle von Djurslands.net (Dänemark) führte dies unter
anderem zu einer EU-Förderung in höhe von 1 Mio. EURO. In Bezug auf
Dharamsala ist das Ganze noch zu frisch, um eine sinnvolle Bilanz ziehen zu
können. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat es jedenfalls jetzt schon
eine Menge gebracht - mehr Wissen, Erfahrung und viele neue Freunde.
http://resources.airjaldi.com/?page_id=18
> Gibt es öffentliche oder privatwirtschaftliche Unterstützung?
Bezogen auf unsere Meta-Projekte (freifunk.net/WSFII): hierzulande nein; in
den einzelnen lokalen freifunk-Projekten und Communitys teilweise schon. Das
hängt sehr stark von den lokalen Akteuren ab.
Insgesamt ist die Beachtung in Deutschland und Westeuropa nach wie vor sehr
gering. Man sieht uns eher als anarchische Halbkriminelle, besonders in Bezug
auf die Rechtelobby der Medienindustrie und Telekommunikationsunternehmen,
sowie im Kontext des wachsenden staatlichen Überwachungs- und
Kontrollbedürfnises. Der Irrtum, dass es angeblich hierzulande keine digitale
Spaltung geben würde, und die Ignoranz der Tatsache, dass sich dieses
Problem, selbst wenn es erkannt wird, eben nicht unbedingt
marktwirtschaftlich lösen lässt, spielt dabei eine große Rolle.
Es wäre sicher angebacht, im sogenannten Informationszeitalter die Steigerung
der Medienkompetenz zu unterstützen und dabei das Datennetzwerk als den
gemeinsamen Äther zu verstehen, der allen gleichermaßen als öffentliche
Infrastruktur zur Verfügung stehen muss. Denn erst dann entsteht die
Möglichkeit, neue, innovative Ideen und Lösungen zu entwickeln, ganz zu
schweigen von den sonstigen positiven, sozialen und ökonomischen Effekten.
Wie so oft ist man uns da vor allem in Skandinavien mal wieder ein gutes
Stück voraus: http://oplan.org/blog/INEC_Declaration .
> War jemand aus Ihrem Umfeld beim Airjaldi-Summit?
Ja, neben mir außerdem:
- Gina Kupfermann, Berlin
- Sven Wagner, Berlin
- Frieder Bronner, Berlin
- Nico Wieczorek, Berlin
- Daniel Paufler, Berlin
- Elektra, Berlin
- Alexander Klosch, Weimar
- Rene Ejury, Rostock

