Ein Wireless LAN - und sei eine der gängigen IEEE802.11b-Installationen, bietet mit netto fünf bis sechs MBit/s Bandbreite, die sich sogar noch steigern lässt, wenn die maximal drei gleichzeitig ohne wechselseitige Beeinträchtigung. 11b-WLAN-Funk-Kanäle genutzt werden (was mehrere Access-Points oder, wie im Fall e-Garten, den Parallel-Betrieb eines Ad-Hoc-WLANs erfordert).
Schon ein 11b-Access Point reicht indes, um rund 250 Anwender mit dem Internet zu vernetzen und darüber hinaus noch eine Reihe von Videostreams zu bewältigen.
IEEE802.11b-WLAN stehen zwar hierzulande 11 Funkkanäle im ISM-Band zur Verfügung.
Überlappungsfrei lassen sich jedoch nur drei davon gleichzeitig am gleichen Ort nutzen.
Denn der Flaschenhals liegt in diesem Fall nämlich nicht in der drahtlosen Datenübertragung vor Ort, sondern bei der Internet-Anbindung selbst. Selbst der T-DSL-Business-Tarif der Deutschen Telekom AG (DTAG) - Sponsor im e-Garten-Projekt - bietet im Upstream, also in Richtung Internet-Provider, nicht mehr als 512 kBit/s (Downstream: 2,3 MBit/s) - und die sollten von einem Video-Stream nicht vollständig belegt werden, soll noch etwas Bandbreite für die unerlässliche Kommunikation von Verwaltungsinformationen der Router vor Ort und dem Internet-Zugangspunkt - übrig bleiben. Denn selbst wenn wie im Fall e-Garten ein Streaming-Server im Hintergrund (
www.ipandmore.de) für die parallele Bereitstellung der Streams für mehrere Anwender (bei Bedarf in unterschiedlichen Bitraten gleichzeitig = Multi Bitrate Streaming) sorgt - er sollte die AV-Information in höchster Qualität erhalten. Und da wird es eng: Allein der MPEG4-Stream des JVC-Streamcorders liefert für QCIF-Auflösung (320 x 240 Pixel) mit Mono-Ton 384 kBit/s. Und der Datenstrom der M1M lässt sich für extrem hohe Bildqualität mit 12 Bilder pro Sekunde locker auf über 3 MBit/s hochschrauben (typisch: weniger als 1 MBit/s).
So seien allzu experimentierfreudige Video-over-WLAN-Enthusiasten also gewarnt - ONLINE zu streamen erfordert entweder bescheidene Ansprüche an den Bildinhalt oder den Verzicht auf mehrere Kameraeinstellungen. Wer Zugriff auf bessere Ressourcen hat, braucht dennoch nicht auf Bildqualität und -vielfalt zu verzichten: Für das Live-Streaming aus zehn Kameras gleichzeitig auf dem Oktoberfest 2002 (
www.oktoberfest-tv.com) hatte die heute nicht mehr existente Atlantic Telecom insgesamt 12 S-DSL-Kanäle (S wie symmetrische, also gleiche Datenraten im Up- du Downstream) á 1,5 MBit/s zur Verfügung. Nur hätten allein die IP-Kosten für zwei Wochen Dauerbetrieb von 10 Streams á 100 kBit/s rund 300.000 Euro betragen.
Da gibt sich der e-Garten mit seinen beiden Dauer-Streams aus den Mobotix-Kameras bescheidener. Und findet tatsächlich eine übertragenwerte Veranstaltung statt - der nächste Termin ist der legendäre Kocherl-Ball der Münchner am 5. Juni 2003, zu dem Köche und Küchenpersonal, "Herrschaften" und "Bedienstete" in voller Montur respektive originärer Tracht zu Frühstück bei Kerzenlicht und Tanz durch den ganzen Tag erscheinen - wird eben der "wichtige" Stream live, und die unwichtigeren offline übertragen - wer außer den Anwesenden mag sonst schon um fünf Uhr in der Frühe aus dem Bett...
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Surveillance-Stream
Autor: Arno Kral, 14. Juni 2003 in
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