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Beschränkungen der Sendeleistung bei WLAN

Der Betrieb von WLAN-Sendeeinrichtungen ist gemäß der Allgemeinzuteilung für die Nutzung der Frequenzen im 2,4 GHz-Bereich für WLAN-Funkanwendungen von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in der Sendeleistung auf 100 Milliwatt (mW) EIRP (= 20 dBm) begrenzt worden. (Vfg 89 / 2003)

14.01.2005 - von Harm Lübben

Eine Überschreitung dieses Grenzwertes stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann zur Verhängung eines Bußgeldes führen. Ebenso könnten durch eine zu hohe Abstrahlungsleistung andere Funkübertragungen unverhältnismässig stark gestört werden.

Bei der Bewertung der eigenen WLAN-Installation stellt sich aber die Frage, wie hoch die Ausgangsleistung der Anlage denn nun ist und was es mit den „dBm“ und dem mysteriösen „EIRP“ auf sich hat. Dieser Artikel versucht die Zusammenhänge ein wenig zu beleuchten und Hilfestellung bei der Ermittlung der Strahlungsleistung zu geben. Bei der dann folgenden Bewertung der eigenen Anlage stösst man in der Regel auf erschreckend niedrige oder erschreckend hohe Werte, aber meist nicht auf das, was man erwartet hätte.

Was ist dBm?

dB ist das Dezibel, eine eigentlich dimensionslose Einheit (ähnlich Prozent), die ein logarithmiertes Verhältnis zweier Werte zueinander beschreibt. Durch die Erweiterung zu dBm bekommt das Dezibel einen Bezugswert von einem Milliwatt (1 mW) und beschreibt einen Leistungspegel; die Verstärkung oder Dämpfung einer Leistung. (hier P)

Das Verhältnis von 20 dBm zu 100 mW EIRP ergibt sich also aus:


Warum wird die Sendeleistung in „Watt EIRP“ angegeben?

EIRP (Equivalent Isotropic Radiation Power – äquivalente isotrope Strahlungsleistung) ist ein theoretischer Wert, der die Leistungsaufnahme eines imaginären, isotropen (kugelförmigen) Senders angibt, die nötig wäre, um in alle Richtungen die gleiche Abstrahlungsleistung zu erreichen, wie bei einem gerichteten Sender.

Die Angabe der Abstrahlung in Watt EIRP ist also unabhängig von unterschiedlichen Antennencharakteristiken und deren entfernungsabhängigen Feldstärkeverlauf, wie z.B. bei Rundstrahlern, Sektorantennen, Richtantennen, etc. und gibt bei WLAN eher den Gewinn in Bezug auf eine theoretische Normale von 0 dB wieder.

Wie berechnet man die Leistung in Watt EIRP?

Es gilt die folgende Formel:

wobei g der Antennengewinn in dB und P die Sendeleistung (in Watt) z.B. des Accesspoints ist.
Der Antennengewinnfaktor lässt in dieser Gleichung unsere imaginäre Abstrahlungsleistung mit Zunahme des Antennengewinns also expotential nach oben schnellen. Von unserem Antennengewinn müssen wir für die Ermittlung der Strahlungsleistung aber noch die Dämpfung von Kabeln und Steckern abziehen. Hier nehmen wir als Standardwerte (über den Daumen):

1 dB Verlust pro Steckverbindung
Pigtail: 1,5 dB Verlust

Die Dämpfung des Kabels entnehmt bitte den Herstellerangaben. So hat zum Beispiel das preiswerte RG58 Kabel, welches auch früher häufig für die Ethernet-Vernetzung zum Einsatz kam, fast 1 dB Dämpfung pro Meter. RG58 stellt hier ein extremes Beispiel dar, da es für den Anschluss einer WLAN-Antenne wegen der hohen Dämpfung eher ungeeignet ist.

Beispiel eins:

Wir haben an unserem Accesspoint einen Rundstrahler mit 5 dB Gewinn angeschlossen. Zusammen haben wir also eine Steckverbindung am Accesspoint und eine an der Antenne. Accesspoint und Antenne sind verbunden über 1,5 Meter RG58-Kabel.

Der Gesamtverlust beträgt ca. 3 dB. Es bleiben 2 dB Gewinn.

Antennengewinnfaktor:

Wir dürfen unseren Accesspoint also mit ca. 63 mW Ausgangsleistung betreiben, um knapp unter den erlaubten 100 mW EIRP zu bleiben.

Beispiel zwei:

Wir haben an unserem Notebook eine Yagi mit 13 dB Gewinn über ein Pigtail angeschlossen. Als effektiver Gewinn verbleiben 11,5 dB. Unsere WLAN-Karte im Notebook leistet 20 mW.

Huch! Das ist zwar nur ein Drittel der Sendeleistung eines Mobiltelefons, aber erlaubt ist das nicht!

Beispiel drei:

An den beliebten WLAN-Router Linksys WRT54g wollen wir eine 4-Quad mit 10db Gewinn über ein 2 Meter langes Ecoflex 15 - Kabel anschliessen.

Das Kabel hat laut Herstellerangabe eine Dämpfung von 0,16 dB je Meter. Der WRT wird mit einer Sendeleistung von 15 dBm (31,62 mW) ausgeliefert. Dieser Wert wird mit den angebrachten Standard-Antennen erreicht, welche einen Gewinn von 2 dB erzielen.

Die Antennen schrauben wir ab. Hieraus ergibt sich eine Ausgangsleistung von noch 13 dB (19,95 mW) Die beiden Stecker und das Kabel haben ein Gesamtdämpfung von ca. 2,32 dB. Bleiben also 7,68 dB für unsere externe Antennenkonstruktion.

Knapp verfehlt! Aber die 4-Quad wurde uns bei eBay als „plus ca. 10 dB“ verkauft. Das war bestimmt gelogen und dann passt das schon.

von IngoZuletzt verändert: 14.01.2005 00:12







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