Das war die SUMMER CONVENTION BERLIN
Besucher und Initiatoren sind sich nach einem intensiven gemeinsamen Wochenende einig: Die freifunk.net SUMMER CONVENTION BERLIN war ein voller Erfolg. Vom 12. bis 14. September konnten in der c-base rund 100 Teilnehmer aus einem breiten Spektrum an Vorträgen, Diskussionen und Workshops wählen.
von Iris Rabener und Ingo Rau - 23.09.2003
Wichtigstes Ziel bei der Zusammenstellung des Programms war eine interessante und ausgewogene Mischung aus Einführungsveranstaltungen und speziellen Fachbeiträgen, in Form von Vorträgen, Open Space Arbeitsgruppen und Workshops. Um den Nutzen freier Funknetze einer breiteren Öffentlichkeit deutlich zu machen, ist der rege Austausch zwischen SpezialistInnen und AnwenderInnen mit oft nur rudimentärem Wissen wichtig. Die SUMMER CONVENTION BERLIN konnte hier einen wichtigen Beitrag leisten und damit anknüpfen an die Erfolge früherer Veranstaltungen wie den Berlon Workshop im Oktober 2002 in Berlin oder die Copenhagen Interpolation im März 2003. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit haben wir hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des gemeinsamen WavaLanCommunityWeekends zusammengestellt:
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Freie funkbasierte Netzwerke
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Für Interessierte ohne technische Vorkenntnisse gab es eine Einführung zum Thema Wlan und freie Netze. Angefangen bei den benötigten technischen Komponenten bis hin zum Aufbau eines Netzwerks wurde anschaulich Grundlagenwissen vermittelt.
Im Vortrag widmete sich Ingo Rau auch typischen Fragen aus den Bereichen Sicherheit, Recht und Gesundheit und konnte damit Skepsis und Verunsicherung bei den Zuhörern abbauen.
Nutzen und Anwendungsbeispiele für Community Netzwerke bildeten den dritten Teil des zweisprachigen Vortrags, der mit einer Vorstellung der Ideen und Ziele der Initiative freifunk.net endete.
Download english version: free wireless networks - pdf
Die aktuelle deutschsprachige Version der Präsentation gibt's im
Downloadbereich.
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Weltgipfel zur Informationsgesellschaft
Der World Summit on the Information Society (WSIS) - (Weltgipfel zur Informationsgesellschaft) - ist eine von der UNO ausgerufene Weltkonferenz. Von 1992 bis 2002 gab es eine Reihe von Weltgipfeln zu zentralen Fragen der Menschheit. Für diesen Weltgipfel stehen zum ersten Mal Kommunikation und Information als Themen auf dem Programm. Ziel ist es ein allgemeines Verständnis von und eine Vision für die Informationsgesellschaft zu entwickeln.
Seit der Weltkonferenzen in Rio werden neue Akteure miteinbezogen und so diskutieren nicht mehr nur Regierungedelegationen miteinander, sondern es sind auch Nichtregierungsorganisationen aus beispielsweise dem Umwelt- oder Menschenrechtsbereich, sowie Wirtschaftsverbände vertreten.
In Deutschland gibt es seit Mitte 2002 eine Arbeitsgruppe initiiert vom netzwerk neue medien e.V., die bereits an mehreren wichtigen vorbereitenden Konferenzen teilgenommen hat. Die Arbeitsgruppe vertritt die Anliegen der Zivilgesellschaft.
Markus Beckedahl und Ralf Bendrath stellten auf der summer convention die Themen des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft vor und diskutierten kritisch die unterschiedlichen Positionen von Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
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Präsentation downloaden Influencing and monitoring the world summit 2003 - pdf
Link zur Website des World Summit http://www.worldsummit2003.de/
Eröffnung des BerlinBackBone
Mit der offiziellen Eröffnung des BerlinBackBone wurde ein weiterer wichtiger Baustein Freier Funknetze in Berlin Realität. Ausgehend von der Bouchestraße in Treptow werden Kultureinrichtungen zukünftig per Wireless LAN mit einer Bandbreite von bis zu 4 Mps an das Internet angeschlossen. Die Connectivity kommt in Treptow als Kabel aus dem Boden und wird von dort mit gerichteten Antennen weitergeleitet. Als Relaisstationen dienen unter anderem das Verlagshaus Neues Deutschland und das Haus des Lehrers am Alexanderplatz. Auch die c-base in der Rungestraße erhält ihren Internetzugang durch die Luft. Erfolgreich angebunden werden konnte während der SUMMER CONVENTION BERLIN auch das Tacheles in der Oranienburger Straße. Jetzt soll dieses Datenrückrad weiter wachsen. Strecken zur Kulturfabrik in der Lehrter Straße, zum CCC oder in den Wedding sind bereits geplant.

Bildquelle: http://www.f4.fhtw-berlin.de/people/s0503018/wlanfhainmap.jpg
Antennen-Workshop
Wer funken will, braucht eine Antenne oder am besten gleich ein ganzes Sortiment. Wie man selbst eine solche für kleines Geld baut, demonstrierte Horst Krause während der SUMMER CONVENTION BERLIN in seinem Antennen Workshop. Unter fachkundiger Anleitung entstanden fast ein Dutzend 4 Quad Antennen, die mit rund 10dB Verstärkung durchaus für den Praxiseinsatz geeignet sind.
Die spannende Antennenausstellung wurde während der Convention durch die "cantennas" der dänischen Initiative DjurslandS.net bereichert.

DjurslandS.net
Dass man auch in den reichen Ländern Mitteleuropas Opfer des digital divide werden kann, zeigte anschaulich das Beispiel der dänischen Initiative DjurslandS.net. In ihrem spannenden Vortrag berichteten Niels Chr. SØrensen und Lars Kruse von einer dünn besiedelten Region im Nordosten des Landes, die für große Unternehmen offenbar wirtschaftlich bedeutungslos ist. Nachdem bereits der Hafen in Grenaa, die örtliche Zeitung und das Krankenhaus geschlossen wurden, wollten man sich mit der Auskunft dänischer Telekommunikationsanbieter nicht zufrieden geben, eine Versorgung der Region mit Breitband-Internet sei einfach zu teuer.
Den Bewohnern von Djursland blieb nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie kauften die Glasfaserleitung, die nach Schließung des Krankenhauses in Grenaa überflüssig geworden war und schlossen sie an den dänischen Internet Back-Bone an. Von mehreren Anschlusspunkten aus wird die Bandbreite jetzt per Wireless LAN bis in die endlegensten Winkel übertragen.
Der Clou des Projekts: Wer mitmachen möchte, kauft eine einfach zu montierenden Dosen-Antenne, die zum Stückpreis von 35,- EUR in Massenproduktion hergestellt wird. DjurslandS.net zeigt, wie man sich mit rund 200 Freiwilligen und viel Engagement gegen den infrastrukturellen Rückbau einer ganzen Region wehren kann.

Präsentation downloaden DjurslandS.net - pdf
Link zu DjurslandS.net
Brygge.net
Was braucht es um ein Stadtviertel mit rund 3000 Bewohnern unabhängig zu vernetzen? Einen insolventen Netzbetreiber, rund 2,8 Mio Euro und den Enthusiasmus von etwa 10 Leuten.
In Kopenhagen kauften sich 19 Haus-Genossenschaften gemeinsam ein eigenes Glasfasernetz und schlossen jede Wohnung daran an. Heute gibt es Internet, Telefon und Kabelfernsehen in den kiezeigenen Kabeln - und das zu einem fairen Preis.
Per Marker Mortensen zeigte eindrucksvoll, wie sich freie kabelbasierte Netzwerke aufbauen lassen.
Präsentation downloaden bryggenet - pdf Link zu bryggenet

Free WLan for the Masses
An welche Zielgruppe richten sich freie Funknetze eigentlich und für welche Nutzer sind eher kommerzielle WLAN-Angebote interessant? Jan Michael Hess stellte in seinem Vortrag eine Reihe interessanter Zahlen zu Umsätzen mit Wireless LAN Hotspots vor.
Einwahlkosten von rund 10,- EUR für zwei Stunden dürften allerdings nur für zahlungskräftige Geschäftsleute interessant sein. Dass man sich mit seinen Angeboten vorwiegend an diese Gruppe wendet, ist bei den Anbietern kein Geheimnis. Umstritten ist, wie sich die Verbreitung von WLAN auf den kommenden UMTS Markt auswirken wird. Dass sich WLAN NutzerInnen an breitbandiges Surfen gewöhnen, dürfte durchaus im Interesse der großen Mobilfunkanbieter sein. Wie aber reagieren die Großen, wenn sich frei verfügbares WLAN als Alternative zu UMTS etabliert?
Präsentation downloaden Wlan for the masses - pdf
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von jensN
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Zuletzt verändert:
16.04.2004 15:30
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