STARTSEITE | GLOSSAR | DOWNLOADS | HÄUFIGE FRAGEN (FAQ) | IMPRESSUM




Idee Magazin Wiki blog Community









NEUE FREIKARTE ANLEGEN











ANMELDEN



5664 registrierte freifunker








































FREIFUNK.NET | Magazin | Praxisberichte & Pro... | Strukturschwache Reg...

Strukturschwache Regionen in Europa auch zukünftig ohne Breitbandinternet

Wo es keinen Markt gibt, wird es langfristig auch keine Breitbandangebote geben - es sei denn, die Menschen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand: DjurslandS.net - ein Beispiel aus Dänemark

von Jürgen Neumann - 22.09.2003

Die Hoffnung Breitbandinternet zu erhalten, wird sich in vielen Regionen Europas nicht erfüllen. Weder die Staaten der Europäische Gemeinschaft noch die zahlreichen Internetserviceprovider planen in den kommenden Jahren, jene Gegenden flächendeckend mit Breibandinternet zu versorgen, die zu den strukturschwachen Regionen innerhalb der Union zählen.

Den Kommunen fehlt dazu das Geld. Den Internetserviceprovidern fehlen die Aussichten auf Ertrag. In der Konsequenz bedeutet das, dass die digitale Spaltung der Gesellschaft - bisher gerne auf die Länder der sogenannten dritten Welt projiziert - in den kommen Jahren auch zahlreiche Menschen mitten im Herzen Europas betreffen wird.

Eines der anschaulichsten Beispiele dieser Entwicklung wurde jüngst auf der freifunk.net summer convention in Berlin von einer Gruppe von Aktivisten aus Dänemark präsentiert. Die aus dem Djursland, einer mit Ost-Friesland vergleichbaren Region im Nordosten Dänemarks, stammenden Teilnehmer, schilderten auf ergreifende Weise, wie in ihrer Heimat auf einem Gebiet vom 1491 Quadratkilometern, für viele Menschen keinerlei Aussichten auf die Anbindung an das Internet jenseits eines ISDN-Anschlusses existieren.

"Wir haben mit mehr als 35 Internetanbietern gesprochen," berichtet Niels Chr. Sørensen "leider ohne jeden Erfolg". "Wer in so eine Region zieht, müsse Einschränkungen in der Infrastruktur in Kauf nehmen", so ein Internetprovider. "Der Punkt ist nur," erwidert Sørensen, "dass die meisten hier bereits seit Generationen leben".



Digitale Spaltung mitten in Europa

Das Djursland war in den vergangen Jahren zunehmend von Streichungen in den öffentlichen Haushalten betroffen. 1998 wurde der Fährhafen von Grenaa geschlossen. Im Jahr 2002 schloss das einzige Krankenhaus der Region. Es gibt bereits Pläne auch noch den Flughafen und einen weiteren Fährhafen zu schließen. Seit dem Jahr 2000 haben die mehr als 82.000 Menschen keine lokale Tageszeitung mehr.

Doch die Bevölkerung hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern mit erstaunlichem Engagement begonnen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. "Wir wollen nicht, dass unsere Kinder den Anschluss verpassen, nur weil sie in einer ländlichen Region aufwachsen", sagt Sørensen.



Aufbau der Infrastruktur in Djursland

Bereits im Jahr 2001 haben sie damit angefangen, das Djursland selbst mit Breitbandinternet zu versorgen. Dank WLAN steht ihnen eine kostengünstige und lizenzfreie Möglichkeit zur Verfügung, die Dinge selber in die Hand zu nehmen. Die Gemeinschaft entschloss sich, den nach der Schließung der Krankenhauses brach liegenden Glasfaser-Backbone für die eigene Nutzung zu mieten und damit die 8 Kreisstädte der Region zu verbinden.


 



Technik im Eigenbau

Ausgehend von diesem Ring werden die jeweiligen Landkreise von mittlerweile über 200 freiwilligen Helfern zum Selbstkostenpreis per WLAN an das Internet angeschlossen. Um den hohen Bedarf zu decken, wurde eine umfangreiche Infrastruktur geschaffen.

Seit neuestem werden sogar eigene Antennen gefertigt, die für 35 Euro verkauft werden können. "Die Nutzer haben die Wahl zwischen zwei vorkonfiguriertem Sets, die wir - wie bei IKEA - zur Selbstmontage anbieten.", so Sørensen.






Die für die Anbindung der teilweise sehr entlegenden Siedlungen notwendigen Verbindungsstrecken werden an vorhandenen Bauten befestigt oder falls nötig durch die Montage eigener Masten realisiert. Mit Heliumballons wird die benötigte Höhe ermittelt.






Nächste Schritte in Djursland

Das Konzept ist ein voller Erfolg. Bis zum Ende des Jahres werden etwa 3500 Haushalte an das gemeinsame Netzwerk angeschlossen sein. Sie erhalten gegen eine einmalige Anschlussgebühr von 270 Euro und ein monatliches Entgelt von 13,50 Euro eine Flatrate von 1-2 Mbits ohne weitere Beschränkungen.

Doch es geht nicht nur um den schnellen Draht zur Welt. "Wir suchen nicht nur Netzwerkadministratoren und technische Unterstützung für unser Projekt. Genauso wichtig ist für uns, dass wir Journalisten für unser Projekt gewinnen konnten, die unsere Region wieder mit lokalen Nachrichten versorgen", meint Sørensen. Gerade die lokalen Aspekte nämlich machen das Projekt so erfolgreich. Ein Lehrstück, das vielleicht auch in einigen neuen Bundesländern einen Ausweg aus der wachsenden Kluft bieten könnte. Glasfaserkabel ist dort jedenfalls bereits vor Jahren in ausreichender Menge verlegt worden.
Abdeckung in Djursland




DjurslandS.net
von Monic MeiselZuletzt verändert: 24.02.2006 13:18







FREIKARTENSUCHE





Zeige alle FreiKarten für die eingegebene Postleitzahl.










NEUE FREIKARTE ANLEGEN






Lege hier Deine FreiKarte an, damit Dich andere Freifunker in deiner Nähe finden können.










FREIKARTEN IN DEINER NÄHE






Zeige alle Freifunker pro Bundesland / Kanton







Kein Netz - Kein Forum - Zu wenig neue Artikel? Dann mal los...










JETZT MITMACHEN!







Einstellungen











Anzeigen









 
 Seitenanfang